Attraktivität als Faktor für den beruflichen Erfolg

Es steht zwar nirgendwo geschrieben und wird auch nicht offen ausgesprochen, aber es ist wissenschaftlich belegt: Die Attraktivität einer Person ist ein Faktor für den beruflichen Erfolg. In einer Studie wurden demselben Lebenslauf einmal ein Foto einer attraktiven und einmal einer optisch weniger ansprechenden Person beigelegt. Und siehe da: Die Bewerbungen wurden unterschiedlich bewertet. Attraktivität hat also offensichtlich einen Einfluss auf den Erfolg, auch im Job.[1] Aber was wird als attraktiv bewertet? Neben einem symmetrischen Gesicht stehen derzeit vor allem schlanke Menschen hoch im Kurs. Schlank zu sein vermittelt Disziplin, Zielorientiertheit und Rationalität – gefragte Kriterien bzw. Kompetenzen im Job. Einer schlanken Person traut man den Umgang mit Stress und verantwortungsvolles Verhalten eher zu als dicklicheren Bewerbern.

Schönheit = Erfolg?

Attraktivität als Faktor für den beruflichen Erfolg

Ganz klar ist auch: Schöne Menschen werden als sympathischer und intelligenter wahrgenommen als weniger attraktive Menschen. Das beginnt schon in der Kindheit – hübsche Kinder werden von Eltern und Lehrern bevorzugt und erhalten mehr Aufmerksamkeit, was sich natürlich auf deren Selbstwertgefühl und damit auch auf die (berufliche) Zukunft auswirkt. Allerdings heißt das nicht, dass man seine beruflichen Chancen nicht aktiv beeinflussen könnte: Oft reicht es schon aus, seine Frisur zu ändern, sich einen perfekt passenden Anzug zuzulegen oder eine aufrechtere Körperhaltung einzunehmen. Ein wesentlicher Teil des „erotischen Kapitals“, über das jeder Mensch verfügt, ist laut der Soziologin Catherine Hakim von der London School of Economics nämlich, sich optimal zu präsentieren. Wie sich das eigene „erotische Kapital“ auf das Gehalt auswirkt, verdeutlicht Hakim unter anderem mit einer britischen Studie. Diese kommt zum Ergebnis, dass attraktive Frauen um bis zu 13 % und attraktive Männer sogar um bis zu 20 % mehr verdienen.

Doppelmoral bei der Chancengleichheit der Geschlechter

Es gibt aber auch Studien, die zu einem anderen Ergebnis kommen. So hat Stefanie Johnson, Professorin an der Universität von Colorado, herausgefunden, dass attraktive Frauen, die sich um eine Stelle in traditionellen Männerberufen bewerben, stark diskriminiert werden. Dabei geht es um hochrangige Posten wie jenem eines Finanzvorstandes, Forschungsdirektors oder Baustellenleiters. Schöne Frauen, die sich im Rennen um diese Jobs befanden, gingen so gut wie nie als Siegerinnen hervor. Bei jedem anderen Beruf dagegen werden attraktive Frauen bevorzugt. Laut Johnson zeige dieses Ergebnis, dass sich das Vorurteil, bestimmte Berufe seien für Frauen nicht geeignet, nach wie vor halte.


[1] Andreas Hergovich, Universität Wien, Institut für Wirtschafts- und Bildungspsychologie und Evaluation

Quellen: www.falter.at, www.spiegel.de

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