Überlassen Sie Ihr Geld nicht dem Finanzamt – Steuerausgleich 2013

Mit dem baldigen Jahreswechsel besteht demnächst die Möglichkeit des Steuerausgleichs für 2013. Fast jeder hat bereits zumindest davon gehört, dennoch überlassen viele noch immer ihr Geld dem Finanzamt, da sie entweder der Meinung sind der Ausgleich lohne sich für sie oder sie sich von der kompliziert wirkenden offiziellen Bezeichnung „Arbeitnehmerveranlagung“ abschrecken lassen. Lassen Sie sich die Chance nicht entgehen und fordern Sie Ihr hart verdientes Geld zurück!

Steuerausgleich


Wer kann sie beantragen und für wen rentiert sie sich?

Jeder der während des Jahres, für das die Veranlagung ausgefüllt wird, steuerpflichtige Einkünfte bezogen hat, kann die Arbeitnehmerveranlagung durchführen. In den meisten Fällen kommt es zu dem Ergebnis, dass ein Steuerguthaben entstanden ist und man diesen Betrag überwiesen bekommt. In wenigen Fällen kann es jedoch auch passieren, dass eine Nachzahlung fällig wäre. Um das zu vermeiden kann der Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung wieder zurückgezogen werden, sofern keine Pflicht zur Arbeitnehmerveranlagung besteht. Eine Pflicht dazu besteht beispielsweise dann, wenn der Arbeitnehmer während des Kalenderjahres gleichzeitig zwei oder mehr lohnsteuerpflichtige Einkünfte bezogen hat.


Die Arbeitnehmerveranlagung lohnt sich besonders für:

  • Personen mit schwankendem Einkommen während des Jahres (z.B. wegen eines Arbeitsplatzwechsels oder dem Verlust des Arbeitsplatzes)
  • Alleinverdiener
  • Alleinerzieher
  • Personen, die für Kinder Unterhalt bezahlen


Folgende Ausgaben können geltend gemacht werden:

  1. Sonderausgaben
  2. Werbungskosten
  3. außergewöhnliche Belastungen


Wie geht man bei der Arbeitnehmerveranlagung vor?

Der Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung kann elektronisch über FinanzOnline übermittelt werden oder man kann die nötigen Formulare per Post übermitteln oder direkt am Wohnsitzfinanzamt abgeben. Um den Antrag elektronisch über FinanzOnline zu übermitteln ist eine Anmeldung nötig. Man erhält darauf hin die Zugangskennungen wie Teilnehmer-ID oder PIN mit RSA-Brief. Der Vorteil daran ist, dass das Ergebnis der Berechnung sofort ersichtlich ist.

Die Arbeitnehmerveranlagung durch das zuständige Finanzamt kann grundsätzlich erst erfolgen, wenn sämtliche Jahreslohnzettel eingelangt sind.

Die nötigen Formulare können unter folgendem Link aufgerufen werden:

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/formulargruppe/34?p.ordner_name=a43c

 

Formular L1: Formular zur Arbeitnehmerveranlagung

Beilage L1k zum Formular L1, wenn zutreffend: z.B. für Kinderfreibetrag, Unterhaltsabsetzbetrag, außergewöhnliche Belastungen für Kinder

Beilage L1i zum Formular L1, wenn zutreffend: z.B. für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit ohne Lohnsteuerabzug

 

Fristen und Zeiträume

Man hat für den Antrag auf das Durchführen einer Arbeitnehmerveranlagung grundsätzlich fünf Jahre Zeit. Der Antrag für 2013 kann etwa bis Dezember 2018 gestellt werden.

1.    Sonderausgaben:

Als Sonderausgaben können verschiedenste private Ausgaben des entsprechenden Jahres geltend gemacht werden. Je nach Art der Ausgabe sind sie entweder beschränkt oder unbeschränkt geltend machbar. Für die Absetzbarkeit von Sonderausgaben zählt der Zeitpunkt der Bezahlung. Die Belege für Sonderausgaben sollte man sieben Jahre lang aufbewahren, denn auf Verlangen des Finanzamts sind sie später noch vorzuweisen.

Beispiele:

  • freiwillige Versicherungen (z.B. Krankenversicherung, Unfallversicherung)
  • Kosten für Sanierung oder Anschaffung von Wohnraum
  • Nachkauf der Versicherungszeiten
  • Kirchenbeiträge bis zu einer Höhe von 400 Euro
  • Geldspenden (z.B. Umweltorganisationen, Spendensammelvereine, Tierheime)
  • Steuerberatungskosten


2.   
Werbungskosten:

Werbungskosten eines Arbeitnehmers sind Ausgaben oder Aufwendungen, welche durch den Beruf bedingt sind. Sie stehen in direktem Zusammenhang mit einer Tätigkeit, die nicht selbstständig ist. Die Werbungskosten, die steuerwirksam sind, verringern die Einkommenssteuer in der Höhe des Grenzsteuersatzes. Jedem Arbeitnehmer steht eine Werbungskostenpauschale von 132 Euro pro Jahr zu, die bereits automatisch vom Arbeitgeber berücksichtigt wird. Das Angeben von Werbungskosten lohnt sich bei der Arbeitgeberveranlagung somit nur, wenn die Werbungskosten im Jahr mehr als 132 Euro ausmachen, da sie sich erst dann steuermindernd auswirken.

Beispiele:

  • Arbeitsmittel (z.B. Büromaterial, Computer, Telefon)
  • berufsbezogene Fachliteratur
  • Fortbildungen und Ausbildungen (z.B. Sprachkurse oder Umschulungen)

Für gewisse Berufsgruppen gelten pauschalierte Werbungskosten – wie für Artisten, Bühnendarsteller, Journalisten, Forstarbeiter, Hausbesorger, Heimarbeiter, Vertreter und Mitglieder von einer Stadt-, Orts- oder Gemeindevertretung.


3.   
Außergewöhnliche Belastungen:

Unter außergewöhnlichen Belastungen werden bestimmte Zahlungen verstanden, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Antragsstellers beeinträchtigen und beim Antragsteller höher sind als beim Großteil der Steuerpflichtigen.

Beispiele:

  • Begräbniskosten
  • Krankheitskosten
  • Kurkosten
  • Katastrophenschäden


Weitere Informationen:

Genaue Informationen über die Arbeitnehmerveranlagung erhält man in jedem Finanzamt Österreichs. Es gibt eigene Steuerbücher für jedes Jahr, die Tipps über Frei- und Absetzbeträge geben.

Zusätzlich findet man auch unter folgenden Links weiterführende Informationen:

http://www.arbeiterkammer.at

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/34/Seite.340000.html

https://www.bmf.gv.at/steuern/arbeitnehmer-pensionisten/arbeitnehmerveranlagung/arbeitnehmerveranlagung-index.html

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