Wenn es dienstlich kracht …

Wer dienstlich mit dem Firmenwagen unterwegs ist und von einem Termin zum anderen muss, hat es mitunter recht eilig. Eine kurze Unaufmerksamkeit, in Gedanken bereits beim nächsten Termin – und schon ist es passiert: Man streift mit der Flanke die Leitplanke oder radiert ein bisschen zu nah an der Säule um die Ecke, das Dienstauto trägt eine gut sichtbare Schramme davon. Nach dem ersten Schreck folgt oft die bange Frage: Muss ich den Schaden selbst bezahlen? Zur Beantwortung der Frage gilt es zu klären, was unter einer Dienstfahrt verstanden wird:

unfall-dienstautoUnfall während einer Dienstfahrt

Eine Dienstfahrt wird definiert als eine vom Arbeitgeber angeordnete oder notwendige Fahrt, die im Rahmen des Arbeitsverhältnisses stattfindet – egal, ob im Firmenwagen oder im Privat-Pkw. Hat ein Arbeitnehmer während einer Dienstfahrt mit einem Firmenwagen einen Unfall, ist er gegenüber seinem Arbeitgeber je nach Art seines Verschuldens schadenersatzpflichtig – diese Pflicht ist im Dienstnehmerhaftpflichtgesetz (DNHG) geregelt. Allerdings gilt hier ein sogenanntes „richterliches Mäßigungsrecht“ bei grober und leichter Fahrlässigkeit (Versehen), das den Schadenersatzanspruch des Arbeitgebers mäßigen kann – bei leichter Fahrlässigkeit (geringe Unachtsamkeit) kann die Schadenersatzpflicht des Arbeitnehmers vom Gericht sogar zur Gänze erlassen werden.

Aber nicht jede Firma kann ihren Mitarbeitern einen eigenen Dienstwagen zur Verfügung stellen, viele nützen für dienstliche Fahrten daher ihren privaten Pkw. Hat ein Arbeitnehmer auf einer Dienstfahrt mit seinem Privat-Pkw einen Unfall, ist der Arbeitgeber für den entstandenen Schaden ersatzpflichtig – sofern man nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat (etwa, alkoholisiert mit dem Auto zu fahren). Bei Schuldlosigkeit oder entschuldbarer Fehlleistung des Fahrers ist der Arbeitgeber für den Schaden zu 100 Prozent ersatzpflichtig (z.B., wenn man auf dem Weg zu einem Kunden bei Glatteis ins Schleudern gerät und dabei einen Masten rammt).

Unfall bei Privatfahrten

Passiert allerdings während einer Privatfahrt mit dem Dienstwagen ein Unfall, muss der Arbeitnehmer für den entstandenen Schaden voll aufkommen. Das DNHG und das richterliche Mäßigungsrecht, die bei Unfällen während Dienstfahrten zum Tragen kommen, gelten in diesem Fall nicht. Der Arbeitgeber muss jedoch im Streitfall den Beweis erbringen können, dass es sich um eine private Fahrt des Arbeitnehmers gehandelt hat – gelingt das nicht, kommt wieder das DNHG zur Anwendung.Jobs-Jobsuche

Quelle: wko.at

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