Saisonarbeit – was man als Saisonnier wissen sollte

Saisonarbeit

Unter Saisonarbeit werden Tätigkeiten verstanden, die nur zu bestimmten Jahreszeiten oder Zeiträumen ausgeübt werden, sprich saisonal. Grund dafür ist, dass nur zu diesen Zeiten der Bedarf an den jeweiligen Arbeitskräften vorhanden ist, dafür aber meist in besonders hohem Ausmaß. Saisonarbeit betrifft nur wenige Branchen und deckt Arbeitsspitzen ab, die sogenannten Saisonarbeiter oder Saisonniers erhalten von ihren Arbeitgebern deshalb im Regelfall nur einen (zeitlich) befristeten Dienstvertrag. Dieser befristete Vertrag endet von selbst, wenn der vereinbarte Zeitraum (z.B. 1. Mai bis 31. August) vorbei ist, es bedarf also keiner Kündigung oder Beendigungserklärung. Zu beachten ist: Ein befristetes Arbeitsverhältnis kann grundsätzlich nicht einseitig gekündigt werden, also weder vom Arbeitgeber noch vom Arbeitnehmer. Spricht der Arbeitgeber trotzdem eine Kündigung aus, bedeutet dies zwar das Ende des Dienstverhältnisses, aber es besteht bis zum Ablauf der vereinbarten Vertragsdauer Anspruch auf Schadenersatz! Aber auch der Saisonarbeiter muss bis zum Ende der Vertragszeit bleiben und ist seinem Arbeitgeber gegenüber schadenersatzpflichtig, wenn er vorzeitig aussteigen möchte.

Neben der Land- und Forstwirtschaft hat vor allem die Gastronomie Bedarf an Saisonarbeitskräften, die den Betrieb (z.B. Hotel, Restaurant, Café) in der Hochsaison unterstützen – dabei handelt es sich meist um die Haupturlaubszeiten im Sommer und im Winter. Um das erhöhte Arbeitspensum in dieser Zeit zu bewältigen, werden in dieser Zeit vermehrt Gastro Jobs ausgeschrieben. Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dabei für Saisonniers quasi zum „Arbeitsalltag“. Die Tätigkeitsbereiche in der Gastronomie- und Hotelbranche sind sehr umfangreich – gesucht werden etwa Kellner, Küchenhilfen, Personal für den Zimmerservice und die Rezeption oder Barkeeper.

Saisonarbeit bietet mehrere Vorteile, zum Beispiel:

  • Man eignet sich viel Fachwissen und Praxiserfahrung an
  • Man lernt, mit Stresssituationen umzugehen und effizient zu arbeiten
  • Man sammelt Referenzen für seinen Lebenslauf, oft kann man sich die Saisonarbeit in einem Hotel oder Restaurant als Praktikum anrechnen lassen
  • Man kann sich durch Trinkgeld einiges dazuverdienen
  • Saisonarbeit ist eine Chance, Arbeitslosigkeit zu überbrücken
  • Saisonarbeit im Ausland bietet außerdem die Chance, eine Fremdsprache zu lernen, eine fremde Kultur kennenzulernen und wertvolle Auslandserfahrungen zu sammeln

Saisonarbeit ist aber auch mit Nachteilen verbunden, zum Beispiel:

  • Saisonarbeit wird meistens unterdurchschnittlich entlohnt
  • Man muss arbeiten, wenn alle anderen frei haben – am Abend und in der Nacht, in aller Früh, an Sonn- und Feiertagen, am Wochenende …
  • Wer frühzeitig kündigt, ist schadenersatzpflichtig 

Tipp: Informieren Sie sich bei der Arbeiterkammer über Rechte und Pflichten von Saisonniers!

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