Was erwartet mich, wenn ich als Leiharbeiter beschäftigt werde?

Der Leiharbeitnehmer ist dem Überlasser verpflichtet, kann aber auch die arbeitsvertraglichen, tarifvertraglichen und gesetzlichen Arbeitnehmerrechte wahrnehmen. Im Einzelnen bedeutet das:

Rechte:

  • Der „Dienstzettel“ informiert den Arbeitnehmer über die Umstände der jeweiligen Beschäftigung, eine Überlassung ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Leiharbeitnehmer möglich.
  • Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
  • Wohlfahrtseinrichtungen des Beschäftigers können genutzt werden (wie Kinderbetreuungseinrichtungen).
  • Alle Sozialleistungen werden vom Arbeitgeber (dem Überlasser) übernommen.
  • Die Leiharbeitskraft hat Anspruch auf eine Probezeit.

Pflichten:

  • Die Leiharbeitskräfte stehen in einem Vertragsverhältnis zum Überlasser und müssen daher jede angebotene Beschäftigung annehmen, sofern sie zumutbar ist.
  • Die Arbeit muss entsprechend dem Vertrag mit dem Leihunternehmen in vollem Umfang ausgeführt werden.

Vor- und Nachteile

Diese Form der Beschäftigung ist eine gute Möglichkeit, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Gerade für Ältere, Langzeitarbeitslose, aber auch für Vorbestrafte und Behinderte, werden so Möglichkeiten der Beschäftigung geschaffen.

Durch das befristete Arbeitsverhältnis ist es den Leiharbeiter jedoch oft nicht möglich, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren oder soziale Kontakte aufzubauen. Hier gilt die Redewendung, „Gut Ding will Weile haben“, umso mehr. Die Aussicht auf eine Übernahme ist ein Lichtblick und lohnt sich ebenso für den Beschäftiger, da er so auf Einarbeitungszeiten neuer Leiharbeiter verzichten kann.

Tipp: Die Arbeiterkammer kümmert sich um alle Belange von Leiharbeitern und setzt sich für deren Rechte und Interessen ein!

Zu Teil 1: Arbeitssuchende aufgepasst: Der Leiharbeitssektor boomt!

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