Frauenpower ist gefragt!

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Am 8. März wird alljährlich der internationale Frauentag begangen – Zeit also, einen Blick auf das Rollenbild der Frau im Jahr 2014 zu werfen. Auch wenn viele noch von den eigenen Eltern die klassische Rollenverteilung – Vater geht arbeiten und verdient das Geld für die Familie, Mutter übernimmt Haushalt und Kindererziehung – kennen, hat inzwischen ein Wertewandel stattgefunden. Nicht nur Frauen legen mittlerweile Wert auf eine gute Ausbildung, Karriere und finanzielle Unabhängigkeit, sondern auch die Männer sind es leid, Alleinverdiener zu sein. Das belegt eine Langzeitstudie aus Deutschland aus dem Jahr 2012,[1] in der nur mehr 5 Prozent der befragten Frauen die Familie wichtiger einstufen als die eigene Erwerbstätigkeit. Interessant ist, dass sich 76 Prozent der befragten Männer eine Partnerin wünschen, die beruflich und damit finanziell auf eigenen Beinen steht – noch im Jahr 2010 waren es nur 50 Prozent gewesen. Eigenständigkeit und Frauenpower sind also gefragt! Auch die Statistik Austria zeigt: Von 2002 bis 2012 erhöhte sich die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen immerhin von 61,2 auf 67,3 Prozent. Allerdings liegt diese Zunahme vor allem im Anstieg der Teilzeitarbeit begründet: 2002 arbeiteten 35,3 Prozent der Frauen in Teilzeit, 2012 schon 44,9 Prozent.[2]

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Auch wenn also das Ausbildungsniveau und Selbstbewusstsein von Frauen stetig steigen, schaut es gerade in höheren Positionen immer noch recht mau aus, was den Frauenanteil betrifft. So legt eine aktuelle Untersuchung der Arbeiterkammer Wien offen, dass der Frauenanteil in Aufsichtsräten in Österreich nur bei rund 9 Prozent liegt.[3] Und auch das Einkommen klafft weit auseinander – laut dem „Gender Pay Gap“ verdienten Männer 2012 um 23,4 Prozent mehr als ihre weiblichen Arbeitskollegen. Was könnte man (frau) aus diesen Fakten schließen? Die meisten Frauen sind mehr der Typ „Teamplayer“ als „Ellbogentechniker“ – woran ja grundsätzlich nichts auszusetzen ist. Aber ein gewisses Maß an Egoismus, starkem Willen und Durchsetzungsvermögen sollten wir unserer guten Ausbildung und dem erstarkten Selbstbewusstsein hinzufügen und es wagen: nicht immer die nette Kollegin sein wollen, die es allen recht macht und dem Chef einen Kaffee ins Büro bringt, anstatt ihm ihre neue Geschäftsidee zu präsentieren. Um es mit den radikalen Worten der Kolumnistin Sibylle Berg zu sagen:

„Liebe Frauen, zum Frauentag wünsche ich euch Hormonspritzen. Testosteron soll einmal durch eure Adern rauschen und euch zum Widerspruch befähigen. Nicht mehr diplomatisch, verstehend einlenken, sondern keine Angst mehr haben!“[4]

Vielleicht bringen wir dann zumindest bald der Chefin einen Kaffee ins Büro …

 


[1] http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/studie-maenner-wuenschen-sich-keine-hausfrau-mehr-a-921465.html

[2] https://www.statistik.at/web_de/statistiken/soziales/gender-statistik/index.html

[3] http://www.frauen.bka.gv.at/site/6867/default.aspx

[4] http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sibylle-berg-warum-auch-frauen-mal-die-sau-rauslassen-sollten-a-887661.html

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