Mein Chef ist ein Monster!

Man macht einen kleinen Fehler, und der Chef bekommt einen lautstarken Wutanfall. Man schließt alleine ein erfolgreiches Projekt ab, und nur der Chef erntet die Lorbeeren. Der Chef verlangt unbezahlte Überstunden in einem „All-in-Vertrag“, verliert aber nie auch nur ein Wort des Dankes, und eine Gehaltserhöhung ist sowieso ausgeschlossen. Wer in seinem Beruf mit Situationen wie diesen konfrontiert ist, hat meist kein leichtes Leben. Wer nimmt es schon auf die leichte Schulter, ständig kritisiert oder respektlos behandelt zu werden? Und trotzdem nehmen es viele Angestellte hin – aus Angst vor dem Chef und um ihren Job.

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Angst als Krankmacher

Doch das birgt eine Gefahr: Bettina Stackelberg, seit 20 Jahren Coach, Trainerin und Buchautorin, warnt: Wenn wir uns dem Problem, das hinter der Angst steckt, nicht widmen und es zu lösen versuchen, wird die Angst stärker und kann uns schlussendlich krank machen. Sie rät dazu, sich in einem ersten Schritt seiner Angst bewusst zu werden und sie nicht zu verschweigen, sondern offen anzusprechen. Man sollte also einen cholerischen Chef um ein Gespräch bitten und ihm offen mitteilen, dass einem sein Verhalten Angst macht und man sich in seinem ganzen Berufsleben unwohl fühlt. Damit verwandelt man eine passive Angstsituation immerhin in eine Aktion, was zu einer Lösung führen kann, so Stackelberg.

Monster oder doch nur ein Mensch?

Oft sind sich gerade Choleriker gar nicht bewusst, wie beängstigend sie mit ihrer aufbrausenden, harschen Art auf ihre Mitmenschen wirken. In dem Gespräch sollte man schnell auf den Punkt kommen und seine Wünsche und Sorgen klar mit Ich-Botschaften ausdrücken. Damit erleichtert man es seinem Chef, sich besser in einen hineinzuversetzen, und stößt im besten Fall auf Verständnis beim „Monster-Chef“, der sich dann vielleicht auch nur als Mensch entpuppt. Natürlich kann es aber sein, dass sich gar nichts ändert – dann sollte man genau in sich hineinhören und sich fragen, ob einem der Job diese Belastung wirklich Wert ist und man langfristig damit zurecht kommt. In dieser Situation ist es sinnvoll, sich Hilfe zu suchen, zum Beispiel bei den Beratungsstellen der Arbeiterkammer oder auch bei (Arbeits-)Psychologen. Stackelberg rät, sich in jedem Fall Alternativen zu überlegen – einen Jobwechsel, sich selbstständig oder zumindest einen längeren Urlaub zu machen. Denn die Angst lässt sich verringern, wenn man um Alternativen weiß und die Perspektive ändern kann.

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Quelle: www.zeit.de

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