Neuer Job: Wieviel Euphorie ist angebracht?

Der erste Arbeitstag ist ebenso langersehnt wie gefürchtet. Als Neuling wird man besonders aufmerksam beobachtet. Wie verhält man sich anfangs am besten, so dass man weder zu sehr auffällt noch zu sehr in den Hintergrund gerät?

Euphorie

Eigentlich gibt es nur einige wenige Regeln, die man beachten muss, um bei Kollegen und beim Chef zu punkten. Das fängt bei der richtigen Kleidung an und endet bei den korrekten Verhaltens- und Umgangsformen.

Kleidung: Wir sind, was wir anhaben

Es stimmt: Kleider machen Leute. Allerdings passt nicht jede Kleidung überall hin. Dass es sich für einen Bankangestellten verbietet, in Shorts zu kommen, dürfte klar sein. Umgekehrt ist es aber genauso: Ein Büroangestellter ohne Kundenkontakt muss nicht immer mit Hemd und Krawatte ins Büro kommen. Gerade der Berufsanfänger ist oft ein wenig overdressed. Das wirkt meist unpassend, besonders wenn es seine Position gar nicht verlangt und man ihm ansieht, dass der Anzug nicht unbedingt zu seinen Lieblingskleidungsstücken zählt.

Tipp: Bereits beim Einstellungsgespräch bekommt der aufmerksame Beobachter schon einen Eindruck davon, wie sich Kollegen in einer ähnlichen Position kleiden.

Schlagen Sie nicht über die Stränge

Eifer und Motivation in allen Ehren, aber man kann auch übers Ziel hinausschießen. Gerade bei den Kollegen kommt das nicht unbedingt gut an. Auch beim Chef könnte das nach hinten losgehen, zum Beispiel wenn er merkt, dass der Eifer nicht von allzu langer Dauer ist. Übermotivation ist oft ein Zeichen von Unsicherheit. Auch, wenn man es jedem recht machen will und gleich einmal die eine oder andere Arbeit der Kollegen (à la „Können Sie mir bitte gleich einen Scan davon machen?“) übernimmt oder gar von sich aus die Erledigung anbietet, schadet man sich am Ende nur selbst. Die Zeit für wichtige eigene Arbeiten bleibt dann schnell auf der Strecke und es wird danach schwer, wieder zurückzurudern.

Deswegen lieber einen Gang zurückschalten und sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Besserwisserei und Co sind fehl am Platze

Es liegt in unserer Natur, dass wir möglichst schnell Verbündete finden wollen. In jeder Firma gibt es Kollegen, die sich gleich auf die Neulinge stürzen. Aber hier ist Vorsicht geboten. Wer sich allzu eilfertig vereinnahmen lässt, legt sich leicht zu schnell fest, auf wessen Seite er steht.

Auch wenn man durch zu viel Plapperei und Besserwisserei – womöglich noch im Beisein des Chefs ­– unangenehm auffällt, macht man sich nicht unbedingt Freunde. Selbst wenn man es tatsächlich besser weiß, sollte man es in der Anfangsphase für sich behalten. Fettnäpfchen lauern überall und die gilt es erst einmal zu entdecken.

Deshalb lieber eine zurückhaltende Beobachterrolle einnehmen. So lernt man Kollegen besser kennen und einzuschätzen. Punkten kann man vielmehr damit, dass man interessiert und aufgeschlossen ist.

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