Starke Familienunternehmen

Eine aktuelle Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich aus dem Jahr 2013 bringt ein überraschendes Ergebnis: Hätten Sie sich gedacht, dass rund 90 % aller österreichischen Unternehmen Familienbetriebe laut EU-Definition sind? Der Anteil der „Familienunternehmen im engeren Sinn“ (ohne Ein-Personen-Unternehmen) beträgt dabei immer noch starke 54 %, also mehr als die Hälfte aller österreichischen Betriebe. In diesen Firmen arbeiten 67 % aller selbstständig und unselbstständig Beschäftigten in Österreich, das sind 1,7 Millionen Personen, und werden 58 % der Umsätze erzielt.

Starkes Familienunternehmen

Merkmale von Familienunternehmen

Die Sparten, in denen Familienunternehmen tätig sind, reichen von kleinen Handwerksbetrieben bis hin zu international agierenden technischen Großkonzernen. Wie zu erwarten, stellen Familienunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern aber den Löwenanteil dar – besonders häufig sind sie in den Branchen Handel, Tourismus, Bauwesen und Produktion zu finden. Über 70 % der rund 156.000 österreichischen Familienbetriebe haben ihren Standort in kleinen Städten und Gemeinden. Sie sind also nicht nur ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, sondern prägen gesellschaftlich und kulturell gesehen auch ganz wesentlich die Regionen, in denen sie tätig sind.

Arbeiten in einem Familienbetrieb

Wer ein Familienunternehmen leitet, arbeitet meist lange: Die Mehrheit der befragten Unternehmer gab an, über 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Ein prägendes Merkmal ist auch die Art der Unternehmens- bzw. Mitarbeiterführung, die mit den von den Unternehmern genannten wichtigsten Werten in Zusammenhang steht: Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Handschlagqualität und Fleiß. Das bedeutet in der Praxis, dass meist der Unternehmer selbst alle Entscheidungen trifft, er seine Mitarbeiter aber regelmäßig in Firmenbelange miteinbezieht. In 56 % der Familienunternehmen wird daher der sogenannte direkt-kooperative Führungsstil gelebt; in einem Viertel ein autoritärer und in 16 % ein kooperativer Führungsstil. Die Mitarbeiter schätzen dies offenbar – sie identifizieren sich stärker als andere Angestellte mit dem Unternehmen und bleiben diesem länger treu, die Mitarbeiterfluktuation ist gering. 36 % der Familienunternehmen gaben sogar an, gar keine Fluktuation zu haben.

Der Begriff Nachhaltigkeit fasst damit gut zusammen, was diese besondere Unternehmensform ausmacht und was auch auf deren vorrangiges Ziel zurückzuführen ist: keine kurzfristige Gewinnmaximierung, sondern die Weitergabe des Unternehmens an die nächste Generation. Dass dieses Ziel auch erreicht wird, beweist die Langlebigkeit der Familienunternehmen in Österreich: Die meisten bestehen erfolgreich schon seit einer oder mehreren Generationen.Jobs-Jobsuche

Mehr Infos zu Familienunternehmen in Österreich bzw. Link zur Studie.

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